Bremsen einfahren: In 10 Minuten zu voller Bremskraft (ohne Quietschen)
Bremsen einfahren (Einbremsen): So bekommst du volle Bremskraft und leise Scheibenbremsen
Neue Scheibenbremsen fühlen sich anfangs oft “okay” an – aber selten richtig stark. Das ist normal. Erst durch das Einbremsen (auch „Bedding-in“) entsteht die optimale Reibpaarung zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe. Ergebnis: mehr Bremskraft, bessere Dosierbarkeit, weniger Quietschen – und meist auch weniger Verschleiß durch sauberen Kontakt.
Warum muss man Scheibenbremsen einbremsen?
Beim Einbremsen passiert im Kern zweierlei:
- Beläge und Scheibe passen sich aneinander an (Kontaktfläche wird gleichmäßig)
- Es bilden sich eine geleichmäßige Reibschicht auf der Scheibe. Ohne diese kann die Bremse schwach wirken
Kurz: Du “trainierst” die Bremse, damit sie zuverlässig arbeitet, wenn es ernst wird.
Schritt-für-Schritt: Bremsen richtig einbremsen (sicher & effektiv)
Das brauchst du:
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Eine verkehrsarme, flache Strecke
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Ein paar Minuten Zeit
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Saubere Bremsscheiben (kein Öl/kein Kettenfett)
So geht’s:
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Fahre auf ca. 30 km/h an.
- Bremse moderat (nicht brutal) bis fast zum Stillstand bzw. spürbar runter.
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Wichtig: Die Räder dürfen nicht blockieren.
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Wiederhole das ca. 30-mal, und zwar vorn und hinten (separat oder abwechselnd).
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Danach kannst du noch einige kräftigere Bremsungen machen – aber weiterhin kontrolliert.
Häufige Fehler (und warum sie dir Bremsleistung klauen)
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Zu stark bremsen / blockieren
Blockieren poliert eher, als dass es sauber “aufbaut”. Das kann zu ungleichmäßiger Reibschicht, Vibrationen oder Geräuschen führen. -
Einbremsen auf stark befahrener Straße
Du brauchst Wiederholungen. Wenn du ständig abbrechen musst, wird der Prozess ungleichmäßig – und damit das Ergebnis auch. -
Beläge/Rotors mit Öl kontaminieren
Kettenöl, Montagefett, Sprühöl oder falscher Reiniger: Das ist der Klassiker. Danach quietscht’s – und bremst mies. -
Nur “ein paar Mal” bremsen
Einbremsen ist nicht magisch, sondern mechanisch: Wiederholung ist der Trick. 30 kontrollierte Bremsungen sind ein guter Richtwert.
Woran merke ich, dass es geklappt hat?
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Bremskraft steigt spürbar an (bei gleicher Handkraft).
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Druckpunkt und Dosierbarkeit wirken “satter”.
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Geräusche werden weniger (oder verschwinden).
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Bremsen greifen gleichmäßig ohne Rubbeln.
Mini-FAQ
Muss ich das bei jedem neuen Bike machen?
Ja – immer wenn Beläge neu sind, Scheibe neu ist oder beides.
Gilt das für Shimano / SRAM / Magura / TRP etc.?
Ja. Das Prinzip ist bei Scheibenbremsen gleich, unabhängig vom Hersteller.
Was, wenn es nach dem Einbremsen noch quietscht?
Oft sind Scheibe/Beläge verschmutzt oder die Reibschicht ist ungleichmäßig. Dann: reinigen (richtig), ggf. Beläge prüfen/tauschen, Einbremsen sauber wiederholen.