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Bremsen einfahren: In 10 Minuten zu voller Bremskraft (ohne Quietschen)

Bremsen einfahren (Einbremsen): So bekommst du volle Bremskraft und leise Scheibenbremsen

Neue Scheibenbremsen fühlen sich anfangs oft “okay” an – aber selten richtig stark. Das ist normal. Erst durch das Einbremsen (auch „Bedding-in“) entsteht die optimale Reibpaarung zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe. Ergebnis: mehr Bremskraft, bessere Dosierbarkeit, weniger Quietschen – und meist auch weniger Verschleiß durch sauberen Kontakt.

Warum muss man Scheibenbremsen einbremsen?

Beim Einbremsen passiert im Kern zweierlei:

  1. Beläge und Scheibe passen sich aneinander an (Kontaktfläche wird gleichmäßig)
  2. Es bilden sich eine geleichmäßige Reibschicht auf der Scheibe. Ohne diese kann die Bremse schwach wirken

Kurz: Du “trainierst” die Bremse, damit sie zuverlässig arbeitet, wenn es ernst wird.

Schritt-für-Schritt: Bremsen richtig einbremsen (sicher & effektiv)

Das brauchst du:

  • Eine verkehrsarme, flache Strecke

  • Ein paar Minuten Zeit

  • Saubere Bremsscheiben (kein Öl/kein Kettenfett)

So geht’s:

  1. Fahre auf ca. 30 km/h an.

  2. Bremse moderat (nicht brutal) bis fast zum Stillstand bzw. spürbar runter.
  3. Wichtig: Die Räder dürfen nicht blockieren.

  4. Wiederhole das ca. 30-mal, und zwar vorn und hinten (separat oder abwechselnd).

  5. Danach kannst du noch einige kräftigere Bremsungen machen – aber weiterhin kontrolliert.

Häufige Fehler (und warum sie dir Bremsleistung klauen)

  1. Zu stark bremsen / blockieren
    Blockieren poliert eher, als dass es sauber “aufbaut”. Das kann zu ungleichmäßiger Reibschicht, Vibrationen oder Geräuschen führen.

  2. Einbremsen auf stark befahrener Straße
    Du brauchst Wiederholungen. Wenn du ständig abbrechen musst, wird der Prozess ungleichmäßig – und damit das Ergebnis auch.

  3. Beläge/Rotors mit Öl kontaminieren
    Kettenöl, Montagefett, Sprühöl oder falscher Reiniger: Das ist der Klassiker. Danach quietscht’s – und bremst mies.

  4. Nur “ein paar Mal” bremsen
    Einbremsen ist nicht magisch, sondern mechanisch: Wiederholung ist der Trick. 30 kontrollierte Bremsungen sind ein guter Richtwert.

Woran merke ich, dass es geklappt hat?

  • Bremskraft steigt spürbar an (bei gleicher Handkraft).

  • Druckpunkt und Dosierbarkeit wirken “satter”.

  • Geräusche werden weniger (oder verschwinden).

  • Bremsen greifen gleichmäßig ohne Rubbeln.

Mini-FAQ

Muss ich das bei jedem neuen Bike machen?
Ja – immer wenn Beläge neu sind, Scheibe neu ist oder beides.

Gilt das für Shimano / SRAM / Magura / TRP etc.?
Ja. Das Prinzip ist bei Scheibenbremsen gleich, unabhängig vom Hersteller.

Was, wenn es nach dem Einbremsen noch quietscht?
Oft sind Scheibe/Beläge verschmutzt oder die Reibschicht ist ungleichmäßig. Dann: reinigen (richtig), ggf. Beläge prüfen/tauschen, Einbremsen sauber wiederholen.